WordPress Backup erstellen: Anleitung, Plugins und der Test, den fast alle vergessen

WordPress Backup erstellen: Cloud-Speicher als externer Ablageort

Ein Backup ist die günstigste Versicherung, die deine Website haben kann. Trotzdem sehe ich bei fast jeder Seite, die ich neu übernehme, dasselbe Bild: Irgendwo läuft irgendein Plugin, irgendwann hat es mal etwas gesichert, und niemand weiß, ob sich daraus die Website wiederherstellen ließe. Das ist kein Backup. Das ist ein gutes Gefühl mit Dateiendung.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du in WordPress ein Backup erstellst, das im Ernstfall wirklich funktioniert. Wir schauen uns an, was gesichert werden muss, wie du es manuell und per Plugin machst, welche Plugins ich empfehle und warum der Restore-Test der wichtigste Schritt von allen ist.

Was zu einem vollständigen WordPress Backup gehört

Eine WordPress Website besteht aus zwei Teilen, und du brauchst beide. Zum einen die Dateien: dein Theme, alle Plugins, die Uploads mit sämtlichen Bildern und die WordPress-Installation selbst. Zum anderen die Datenbank: dort stehen deine Beiträge, Seiten, Einstellungen, Benutzer, Kommentare und bei einem Shop auch die Bestellungen.

Genau hier passiert der häufigste Fehler. Viele Hoster werben mit automatischen Backups, sichern aber nur die Dateien oder halten die Datenbank in einem anderen Rhythmus vor. Wenn du dann nach einem Problem die Dateien von Montag mit einer Datenbank von Mittwoch kombinierst, bekommst du eine Website, die technisch läuft und inhaltlich Unsinn erzählt. Sichere beides, und sichere es zum selben Zeitpunkt.

Variante 1: Das Backup deines Hosters

Fast jeder gute Hoster legt automatisch Sicherungen an. Das ist praktisch und kostet dich keine Zeit, hat aber drei Haken, die du kennen solltest.

Erstens weißt du oft nicht genau, wie weit die Sicherungen zurückreichen. Bei vielen Tarifen sind es sieben oder vierzehn Tage. Wenn dir auffällt, dass seit drei Wochen etwas kaputt ist, hilft dir das nicht mehr. Zweitens liegt die Sicherung beim selben Anbieter wie die Website. Bei einem größeren Ausfall oder einem Streit über die Rechnung bist du beides gleichzeitig los. Drittens ist die Wiederherstellung häufig eine Alles-oder-nichts-Sache. Du bekommst den kompletten Stand zurück, aber nicht einzeln die drei Seiten, die du wirklich brauchst.

Mein Rat: Nutze das Hoster-Backup als Sicherheitsnetz, aber verlasse dich nicht darauf als einzige Lösung. Welche Kriterien beim Hosting sonst noch zählen, habe ich im Beitrag über SEO Hosting beschrieben.

Variante 2: Manuelles Backup über FTP und phpMyAdmin

Das manuelle Backup ist die Methode, die du einmal gemacht haben solltest, weil du danach verstehst, woraus deine Website eigentlich besteht. Es geht in zwei Schritten.

Für die Dateien verbindest du dich per FTP oder SFTP mit deinem Server, zum Beispiel mit FileZilla, und lädst das komplette WordPress-Verzeichnis herunter. Wenn du Platz sparen willst, reichen streng genommen der Ordner wp-content und die Datei wp-config.php, weil sich der Rest jederzeit neu herunterladen lässt. Für die Datenbank gehst du in phpMyAdmin, wählst links deine Datenbank aus, klickst auf Exportieren und lädst die SQL-Datei herunter. Bei größeren Datenbanken wählst du am besten die komprimierte Variante.

Manuell ist zuverlässig, aber niemand macht es dauerhaft jede Woche. Deshalb ist es die richtige Methode für den einen wichtigen Moment vor einem großen Eingriff, und die falsche für den Alltag.

Variante 3: Backup-Plugins im Vergleich

WordPress Backup Plugin einrichten und Wiederherstellung testen

Für den Alltag führt kein Weg an einem Plugin vorbei. Diese vier setze ich in Kundenprojekten ein oder habe sie ausführlich getestet.

UpdraftPlus

Mein Standard für normale Firmenwebsites. Die kostenlose Version kann alles, was die meisten brauchen: Zeitplan für Dateien und Datenbank getrennt, Versand an Google Drive, Dropbox oder einen eigenen Server, Wiederherstellung direkt aus dem Dashboard. Die Bedienung ist nicht hübsch, aber sie funktioniert seit Jahren zuverlässig. Wer eine Website duplizieren oder umziehen will, braucht dafür die kostenpflichtige Erweiterung.

BackWPup

Aus Deutschland, was für manche Kunden beim Thema Datenschutz ein Argument ist. Sehr flexibel bei den Zielorten und stark, wenn du mehrere unterschiedliche Jobs anlegen willst, etwa täglich die Datenbank und wöchentlich alles. Die Wiederherstellung ist in der kostenlosen Version umständlicher als bei UpdraftPlus, das solltest du wissen, bevor du dich darauf verlässt.

Duplicator

Eigentlich ein Migrations-Werkzeug, und genau dafür ist es großartig. Duplicator packt Website und Datenbank in ein Paket plus Installer-Datei, die du auf einem beliebigen Server auspackst. Für den Umzug einer Seite oder das Aufsetzen einer Testumgebung nehme ich fast immer dieses Plugin, ausführlich beschrieben in meinem Beitrag WordPress einfach umziehen. Als tägliches Backup-Werkzeug würde ich es nicht einsetzen.

All-in-One WP Migration

Am einfachsten zu bedienen, ein Klick für den Export, ein Klick für den Import. Der Haken ist die Größenbeschränkung beim Import in der Gratis-Version. Für kleine Websites ist das kein Problem, bei einem gewachsenen Shop stößt du schnell an die Grenze.

Der Schritt, den fast alle überspringen: der Restore-Test

Jetzt kommt der Teil, um den es eigentlich geht. Ein Backup ist erst dann ein Backup, wenn du es einmal erfolgreich zurückgespielt hast. Alles davor ist eine Vermutung.

Ich habe genug Sicherungen gesehen, die auf dem Papier perfekt aussahen und im Ernstfall nichts wert waren. Mal war der Cloud-Speicher seit Monaten voll und das Plugin hat den Fehler nur in ein Log geschrieben, das niemand liest. Mal wurde die Datenbank gesichert, aber der Job für die Dateien lief in einen Timeout. Mal war alles da, nur der Import scheiterte an einer zu kleinen PHP-Limitierung auf dem Zielserver.

So testest du sauber: Leg dir eine Subdomain oder eine lokale Umgebung an, spiel dort das aktuelle Backup ein und klick dich durch. Startseite, eine Unterseite, das Kontaktformular, bei einem Shop einmal in den Warenkorb. Wenn das durchläuft, weißt du, dass deine Sicherung trägt. Einmal im Quartal reicht dafür völlig.

Wie oft und wohin sichern?

Der richtige Rhythmus hängt davon ab, wie viel Arbeit du im schlimmsten Fall verlieren willst. Diese Faustregel nutze ich:

  • Normale Firmenwebsite: Datenbank täglich, Dateien wöchentlich, zehn Stände aufbewahren
  • Blog mit regelmäßigen Beiträgen: beides täglich, vierzehn Stände
  • Onlineshop mit laufenden Bestellungen: Datenbank mehrmals täglich, Dateien täglich, dazu ein monatlicher Langzeitstand
  • Immer zusätzlich: ein manuelles Backup direkt vor jedem größeren Eingriff

Beim Speicherort gilt eine einfache Regel: Die Sicherung darf nicht dort liegen, wo auch die Website liegt. Ein Cloud-Speicher wie Google Drive, Dropbox oder ein separater Server kostet fast nichts und löst genau das Problem, das dich sonst am schlimmsten trifft. Bei Shops mit Kundendaten solltest du zusätzlich prüfen, wo dieser Speicher steht und ob das zu deiner Datenschutzerklärung passt.

Backups sind Teil der Wartung, kein Projekt

Das Einrichten dauert eine halbe Stunde. Das Problem ist nicht der Aufwand, sondern dass niemand hinschaut, ob es weiterhin läuft. Deshalb gehört die Kontrolle des Backup-Status für mich fest in die WordPress Wartung, zusammen mit Updates, Sicherheitschecks und dem Test der Formulare. In den Projekten, die ich zusammen mit dem Team von Byteforest betreue, ist der Backup-Check der erste Punkt auf der monatlichen Liste. Bei einem Onlineshop steht hinter jeder Bestellung ein echter Vorgang, und ein verlorener Tag bedeutet dort nicht nur fehlende Inhalte, sondern fehlende Aufträge.

Fazit

Richte ein Plugin ein, das Dateien und Datenbank zusammen sichert, lass die Sicherung extern ablegen, und spiel sie einmal im Quartal testweise zurück. Damit bist du besser aufgestellt als die große Mehrheit der WordPress Websites, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Und wenn du gerade merkst, dass du nicht genau weißt, wann dein letztes funktionierendes Backup entstanden ist: Das ist genau der Moment, in dem sich dieser Beitrag gelohnt hat. Melde dich gern, wenn du dabei Unterstützung brauchst.