Landingpage für Google Ads: Was eine Zielseite braucht, damit sich Anzeigen rechnen

Landingpage für Google Ads: Entwicklung einer Zielseite am Laptop

Der häufigste Grund, warum Google Ads nicht funktioniert, hat nichts mit Google Ads zu tun. Die Kampagne ist sauber aufgesetzt, die Keywords passen, die Klicks kommen. Und dann landen die Besucher auf einer Seite, die sie nicht überzeugt, und gehen wieder. Das Geld ist trotzdem weg.

Als Webentwickler sehe ich diesen Fall ständig, meist von der anderen Seite: Jemand hat Budget in Anzeigen gesteckt und fragt mich, warum die Website keine Anfragen bringt. In diesem Beitrag zeige ich dir, was eine Landingpage für Google Ads leisten muss, wie du sie aufbaust und woran du erkennst, ob sie ihren Job macht.

Warum die Startseite fast immer die falsche Zielseite ist

Eine Startseite muss alles können: das Unternehmen vorstellen, alle Leistungen anreißen, den Weg zu Unterseiten weisen. Jemand, der über eine Anzeige zu einem ganz konkreten Thema kommt, will davon nichts. Er hat ein konkretes Problem eingetippt, auf eine konkrete Anzeige geklickt und erwartet eine konkrete Antwort.

Das ist nicht nur eine Frage der Conversion-Rate. Google bewertet, wie gut deine Zielseite zur Anzeige und zur Suchanfrage passt, und rechnet das in den Qualitätsfaktor ein. Eine unpassende Zielseite macht jeden einzelnen Klick teurer. Wie stark dieser Effekt ist, haben meine Kollegen bei Byteforest im Beitrag zum Qualitätsfaktor bei Google Ads aufgeschlüsselt.

Der Aufbau einer Landingpage, die funktioniert

Landingpage für Google Ads: Aufbau mit einem Versprechen, einem Ziel und einem Klick

Die Überschrift wiederholt das Versprechen der Anzeige

Wer auf „Dauerhafte Haarentfernung in Nürnberg, kostenlose Probebehandlung“ klickt, muss genau das in der ersten Sekunde auf der Seite lesen. Nicht „Willkommen bei uns“, nicht „Schönheit neu definiert“. Die Überschrift bestätigt, dass der Klick richtig war. Alles andere erzeugt den Moment des Zweifels, in dem Menschen den Zurück-Button drücken.

Ein Beispiel, das ich für gelungen halte, ist die Seite von Hairless Skin: Dauerhafte Laser-Haarentfernung in Nürnberg. Die Leistung steht in der Überschrift, der Standort auch, das Angebot der gratis Probebehandlung ist sofort sichtbar. Wer darauf aus einer Anzeige kommt, muss nichts suchen.

Ein Ziel, nicht fünf

Eine Landingpage hat genau eine Aufgabe: Anfrage, Anruf, Buchung oder Kauf. Alles, was davon ablenkt, kostet Conversions. Das heißt konkret: kein vollständiges Hauptmenü, keine Verlinkung auf zehn andere Leistungen, kein Newsletter-Popup, kein Blog-Teaser. Die einzige klickbare Handlung sollte die sein, die du willst, und die sollte mehrfach auf der Seite auftauchen, mindestens oben und unten.

Viele zögern, das Menü zu entfernen, weil es sich unvollständig anfühlt. Aus Nutzersicht ist es das Gegenteil: Die Seite wirkt klar, weil sie nur eine Frage beantwortet.

Die Einwände beantworten, bevor sie gestellt werden

Nach dem Versprechen kommen die Fragen. Was kostet es? Wie lange dauert es? Tut es weh? Für wen ist es geeignet? Wer macht das? Jede Frage, die auf der Seite unbeantwortet bleibt, ist ein Grund, nicht anzufragen. Ich baue diesen Abschnitt fast immer als kurze Frage-Antwort-Liste, weil sie sich schnell überfliegen lässt. Genau die Formulierungen, die Menschen bei Google eingeben, gehören hier hinein, mehr dazu in meinem Beitrag über lokale Keywords.

Vertrauen zeigen, nicht behaupten

„Über 1.000 zufriedene Kunden“ glaubt niemand. Drei echte Bewertungen mit Namen, ein Foto vom Team, eine Zertifizierung oder die Jahre am Standort wirken stärker als jede Zahl. Bei lokalen Dienstleistungen gehört außerdem die Adresse mit Karte und die Telefonnummer sichtbar auf die Seite. Menschen wollen wissen, dass hinter der Anzeige ein echter Ort mit echten Menschen steht.

Das Formular so kurz wie möglich

Jedes Feld kostet Anfragen. Für eine Erstberatung reichen Name, Telefonnummer oder Mail und vielleicht ein Wunschtermin. Alles Weitere klärst du im Gespräch. Wer mit Elementor arbeitet, findet in meinem Beitrag zum Formular mit Elementor die technische Einrichtung. Und bitte: Teste das Formular nach dem Livegang selbst. Ein Formular, das keine Mails verschickt, ist der teuerste Fehler, den eine Landingpage haben kann, weil ihn niemand bemerkt.

Die technische Seite: Ladezeit und Mobilgeräte

Der überwiegende Teil der Klicks auf lokale Anzeigen kommt vom Smartphone. Wenn die Seite dort drei Sekunden lädt oder der Button unter dem Daumen wegrutscht, ist der Klick verloren. Zwei Dinge prüfe ich deshalb bei jeder Landingpage, bevor Budget darauf läuft.

Erstens die Ladezeit, gemessen mobil und mit gedrosselter Verbindung. Landingpages sollten deutlich schlanker sein als die restliche Website: ein Bild oben, keine Slider, keine eingebetteten Videos, die beim Laden alles blockieren. Was sonst noch bremst, steht in WordPress schneller machen.

Zweitens die mobile Darstellung: Ist der Handlungsbutton ohne Scrollen sichtbar? Lässt sich die Telefonnummer antippen? Springt das Layout beim Laden? Diese Punkte klingen banal, entscheiden aber über die Hälfte der Anfragen. Mehr dazu in meinem Beitrag zu Responsive Webdesign für WordPress.

Messen, sonst optimierst du blind

Eine Landingpage ohne Conversion-Tracking ist ein Blindflug. Du brauchst eine Messung für jede gewünschte Handlung: abgeschicktes Formular, Klick auf die Telefonnummer, abgeschlossene Buchung. Ohne diese Daten weißt du weder, welche Anzeigen Anfragen bringen, noch, ob eine Änderung an der Seite etwas verbessert hat.

Technisch läuft das über das Google-Tag und den Tag Manager, und wie beim Analytics-Tracking brauchst du dafür eine saubere Einwilligung. Wie das in WordPress geht, habe ich im Beitrag zu Google Analytics in WordPress beschrieben, das Prinzip ist identisch. Mit denselben Daten baust du später auch Remarketing-Listen, um Besucher zurückzuholen, die beim ersten Mal nicht angefragt haben.

Eine Landingpage pro Thema, nicht pro Kampagne

Ein Missverständnis, das ich oft aufräume: Du brauchst nicht für jede Anzeigengruppe eine eigene Seite. Du brauchst eine Seite pro Thema, das jemand sucht. Wer nach Laser-Haarentfernung sucht, bekommt die Laser-Seite. Wer nach dem Standort sucht, bekommt die Seite mit Standort im Fokus. Wer nach einem bestimmten Körperbereich sucht, bekommt idealerweise eine Seite genau dazu.

Bei drei bis fünf Kernthemen sind das drei bis fünf Landingpages. Das ist überschaubar, und der Unterschied zur einen Seite für alles ist in den Zahlen deutlich sichtbar. In WordPress lege ich solche Seiten als eigene Vorlage ohne Header-Menü an, damit sie sich unabhängig vom Rest der Website pflegen lassen.

Checkliste vor dem ersten Klick

  • Die Überschrift nimmt das Versprechen der Anzeige wörtlich auf
  • Es gibt genau eine gewünschte Handlung, oben und unten sichtbar
  • Kein Hauptmenü, keine ablenkenden Links
  • Die fünf wichtigsten Fragen sind beantwortet
  • Echte Bewertungen, Team, Adresse und Telefonnummer sind da
  • Das Formular hat höchstens drei Felder und wurde getestet
  • Mobile Ladezeit unter zwei Sekunden, Button ohne Scrollen sichtbar
  • Conversion-Tracking läuft und misst die richtige Handlung

Fazit

Google Ads bringt Besucher, die Landingpage macht daraus Anfragen. Wer das Budget erhöht, bevor die Zielseite stimmt, macht ein bestehendes Problem nur teurer sichtbar. Eine klare Überschrift, ein Ziel, beantwortete Einwände, sichtbares Vertrauen, ein kurzes Formular und eine schnelle mobile Seite: Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es wird erstaunlich selten sauber umgesetzt. Wenn du eine Landingpage bauen oder eine bestehende prüfen lassen willst, schreib mir gern. Was Google selbst zur Nutzererfahrung auf Zielseiten sagt, steht in der Google Ads Hilfe.