WordPress Update richtig durchführen: Reihenfolge, Vorbereitung und typische Fehler

Die meisten Menschen machen bei WordPress Updates einen von zwei Fehlern. Entweder klicken sie monatelang gar nichts an, aus Angst, etwas kaputt zu machen. Oder sie klicken einmal im Quartal beherzt auf „Alle aktualisieren“ und schauen erst hin, wenn die Seite weiß ist. Beides endet an derselben Stelle, nur auf unterschiedlichen Wegen.
Dabei ist ein WordPress Update kein Risiko, wenn du eine Reihenfolge einhältst und vorher zwei Minuten investierst. In diesem Beitrag zeige ich dir genau diese Reihenfolge, wie du dich absicherst, wann automatische Updates sinnvoll sind und was du tust, wenn nach einem Update tatsächlich nichts mehr geht.
Warum du Updates nicht aufschieben solltest
Updates bringen neue Funktionen, aber der eigentliche Grund ist ein anderer: Sie schließen Sicherheitslücken. Sobald eine Lücke in einem verbreiteten Plugin öffentlich bekannt wird, dauert es oft nur Stunden, bis automatisierte Scanner das ganze Netz nach verwundbaren Installationen absuchen. Die suchen nicht gezielt nach dir, sie suchen nach der Version.
Dazu kommt ein praktischer Punkt, den viele unterschätzen: Je länger du wartest, desto riskanter wird das Update. Wenn du ein Plugin nach zwei Wochen aktualisierst, überspringst du eine kleine Version. Wenn du es nach zwei Jahren aktualisierst, überspringst du womöglich einen kompletten Umbau des Plugins, und dann bricht wirklich etwas. Regelmäßige kleine Updates sind deutlich sicherer als seltene große.
Vor dem Update: drei Minuten Vorbereitung

Erstens: Backup anlegen. Immer, ohne Ausnahme, und zwar Dateien und Datenbank zusammen. Wie das sauber geht, habe ich im Beitrag WordPress Backup erstellen beschrieben. Ohne aktuelles Backup solltest du keinen einzigen Update-Button anfassen.
Zweitens: den richtigen Zeitpunkt wählen. Nicht Freitagnachmittag, nicht kurz vor dem Urlaub, nicht während einer laufenden Kampagne. Ein Dienstagvormittag ist ideal, weil du im Zweifel den ganzen Tag Zeit hast, ein Problem zu lösen.
Drittens: den Ist-Zustand kennen. Schau dir vorher kurz die Startseite, eine typische Unterseite und das Kontaktformular an. Klingt banal, spart aber viel Ärger. Sonst suchst du nach dem Update eine Stunde lang nach einem Fehler, der vorher schon da war.
Die richtige Reihenfolge beim WordPress Update

Diese Reihenfolge hat sich bei mir über Jahre bewährt, weil sie im Fehlerfall die Ursache sofort eingrenzt:
- Backup anlegen und den Erfolg kontrollieren
- Plugins in kleinen Gruppen aktualisieren, etwa drei bis fünf auf einmal, danach jeweils kurz die Website prüfen
- Theme aktualisieren, danach besonders auf das Layout achten
- WordPress Core aktualisieren
- PHP-Version prüfen und bei Bedarf anheben, aber nie im selben Durchgang wie alles andere
Der wichtigste Punkt sind die kleinen Gruppen bei den Plugins. Wenn du zwanzig Plugins gleichzeitig aktualisierst und die Seite danach hängt, hast du zwanzig Verdächtige. Wenn du vier auf einmal machst, hast du vier. Das ist der ganze Trick.
Beim Theme gibt es einen Sonderfall: Wenn jemand direkt im Theme Anpassungen vorgenommen hat, überschreibt das Update sie gnadenlos. Genau dafür gibt es Child-Themes, und wenn du nicht sicher bist, ob du eines nutzt, lies vorher meinen Beitrag Was ist ein WordPress Child-Theme.
Die PHP-Version behandle ich bewusst getrennt, weil sie serverseitig wirkt und ganz andere Fehlerbilder erzeugt. Warum sie trotzdem regelmäßig hochgezogen werden muss, steht in meinem Beitrag zu WordPress und PHP-Updates.
Automatische Updates: ja, aber nicht für alles
WordPress kann Updates selbstständig einspielen, und für Sicherheits-Updates des Cores ist das seit Jahren der Standard. Diese Funktion solltest du auf keinen Fall abschalten. Bei Plugins unterscheide ich nach Risiko.
Automatik ist okay bei kleinen, klar abgegrenzten Plugins, die wenig ins Layout eingreifen: ein Cookie-Tool, ein Antispam-Plugin, ein SVG-Uploader. Wenn so etwas ausfällt, merkst du es, ohne dass die Website steht.
Automatik ist keine gute Idee bei allem, was die Seite strukturell trägt: Page Builder wie Elementor, WooCommerce, Caching-Plugins, Sicherheits-Plugins, Formular-Plugins und alles, was mit einer externen Schnittstelle spricht. Da will ich dabei sein, wenn sich etwas ändert. Ein automatisches Elementor-Update, das nachts um vier ein Layout zerlegt, findest du im Zweifel erst mittags, wenn ein Kunde anruft.
Staging statt Live-Experiment
Bei jeder Website, mit der Geld verdient wird, arbeite ich mit einer Staging-Umgebung. Das ist eine Kopie der Seite auf einer Subdomain, auf der du Updates gefahrlos ausprobierst. Viele gute Hoster bieten das inzwischen auf Knopfdruck an, alternativ baust du dir die Kopie mit Duplicator.
Der Ablauf ist simpel: Updates zuerst auf Staging, dort durchklicken, und erst wenn alles läuft, dieselben Updates live nachziehen. Bei Shops mit großem Sortiment wie dem von Toni’s Einspritzpumpenservice oder bei Praxis-Websites mit Terminanfragen wie happybite in Berlin Mitte ist das für mich Pflicht, weil dort jeder Ausfall unmittelbar Anfragen kostet. Bei einer kleinen Firmenwebsite mit fünf Seiten kannst du dir den Aufwand sparen, wenn dein Backup sitzt.
Für größere Umbauten oder wenn mehrere Updates gleichzeitig anstehen, schalte ich die Seite zusätzlich kurz in den Wartungsmodus. Besucher sehen dann eine ordentliche Hinweisseite statt eines halb geladenen Layouts.
Wenn nach dem Update nichts mehr geht
Irgendwann passiert es jedem. Wichtig ist, dass du dann nicht hektisch weiterklickst, sondern systematisch vorgehst.
Weiße Seite oder kritischer Fehler: WordPress verschickt in diesem Fall meist eine Mail an die Admin-Adresse mit einem Link in den Wiederherstellungsmodus. Prüfe zuerst dein Postfach. Falls die Mail fehlt, hilft dir meine Anleitung zum kritischen Fehler auf deiner Website weiter.
Kein Zugriff aufs Dashboard: Dann deaktivierst du die Plugins über FTP, indem du den Ordner wp-content/plugins umbenennst. Danach lädt das Dashboard wieder, und du aktivierst die Plugins einzeln, bis der Übeltäter auffällt. Schritt für Schritt zeige ich das im Beitrag WordPress Plugin deaktivieren ohne Dashboard-Zugriff.
Layout zerschossen, Seite läuft aber: Meist ein Caching-Problem. Leere zuerst den Cache des Plugins und den Browser-Cache, bevor du irgendetwas zurückrollst. In gut der Hälfte der Fälle ist das Problem damit schon erledigt.
Einzelnes Plugin macht Ärger: Du kannst es über das kostenlose Plugin WP Rollback auf die Vorgängerversion zurücksetzen, ohne gleich das ganze Backup einzuspielen. Danach schreibst du dem Entwickler eine kurze Fehlermeldung, das hilft allen anderen auch.
Fazit
Ein WordPress Update ist dann harmlos, wenn du in dieser Reihenfolge arbeitest: Backup, Plugins in kleinen Gruppen, Theme, Core, PHP getrennt. Nimm dir alle ein bis zwei Wochen zwanzig Minuten dafür, statt zweimal im Jahr einen halben Tag mit Bauchschmerzen. Und falls du das Thema dauerhaft nicht selbst machen willst, ist es der klassische Fall für eine laufende Wartung. Weitere Details zur offiziellen Vorgehensweise findest du in der WordPress-Dokumentation.