Google Ads Conversion-Tracking in WordPress einrichten: So misst du, welche Anzeige Anfragen bringt
Ein Google-Ads-Konto ohne Conversion-Tracking ist wie ein Laden ohne Kasse. Du siehst, dass Leute reinkommen, aber nicht, ob jemand etwas kauft. Trotzdem laufen erstaunlich viele Kampagnen genau so: Klicks werden gezählt, Anfragen nicht. Und dann wird nach Bauchgefühl entschieden, welche Anzeige gut war.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du Google Ads Conversion-Tracking in WordPress sauber einrichtest, welche Conversions du überhaupt messen solltest und welche drei Fehler ich in fast jedem Konto sehe, das ich übernehme. Voraussetzung ist der Google Tag Manager, den ich im Beitrag Google Tag Manager in WordPress beschrieben habe.
Erst festlegen, was eine Conversion ist
Bevor du irgendetwas technisch einrichtest, brauchst du eine Antwort auf die Frage: Welche Handlung auf meiner Website bedeutet Geld? Für einen Handwerksbetrieb ist es die Anfrage über das Kontaktformular und der Anruf. Für eine Praxis die Terminanfrage. Für einen Shop der Kauf, vielleicht ergänzt um den Warenkorb als Zwischenschritt.
Was keine Conversion ist: ein Seitenaufruf, ein Scrollen bis zum Ende, ein Klick auf das Menü. Ich sehe regelmäßig Konten, in denen solche Ereignisse als Conversion zählen. Das Ergebnis sind Berichte mit hunderten Conversions bei null Anfragen, und eine Gebotsstrategie, die auf Seitenaufrufe optimiert statt auf Kunden. Google kann nur optimieren, was du ihm als Ziel gibst. Gib ihm das Richtige.
Die Conversion in Google Ads anlegen
Im Google-Ads-Konto gehst du auf Ziele, dann Conversions, dann Neue Conversion-Aktion. Wähle Website, gib deine Domain an, und leg die Aktion manuell an statt die automatischen Vorschläge zu übernehmen. Wichtige Einstellungen:
- Kategorie: Lead-Formular senden, Kontakt oder Kauf, je nachdem, was du misst
- Wert: Trag einen realistischen Wert ein, auch bei Anfragen. Wenn jede dritte Anfrage ein Auftrag mit 900 Euro wird, ist eine Anfrage 300 Euro wert. Das hilft der Gebotsstrategie später enorm
- Zählmethode: Einmal pro Klick bei Anfragen, Jede bei Käufen
- Attributionsmodell: Datengetrieben, sofern verfügbar, sonst Letzter Klick
Am Ende bekommst du eine Conversion-ID und ein Conversion-Label. Beides brauchst du im nächsten Schritt.
Das Google-Tag über den Tag Manager einbinden
Google Ads braucht zwei Dinge auf deiner Website: das Google-Tag, das auf jeder Seite läuft und die Basis legt, und den Conversion-Tag, der nur beim gewünschten Ereignis feuert. Beide legst du im Tag Manager an.
Für das Google-Tag wählst du den Tag-Typ Google-Tag, trägst die Tag-ID aus deinem Ads-Konto ein und setzt als Trigger Alle Seiten. In den Einwilligungseinstellungen legst du fest, dass der Tag die Kategorie Marketing braucht. Für den Conversion-Tag wählst du Google Ads Conversion-Tracking, trägst Conversion-ID und Label ein und setzt den Trigger auf das Ereignis, das deine Conversion auslöst.
Der Trigger: Danke-Seite oder Formular-Ereignis

Hier entscheidet sich, ob deine Zahlen stimmen. Der zuverlässigste Trigger in WordPress ist eine eigene Danke-Seite, auf die das Formular nach dem Absenden weiterleitet. Der Conversion-Tag feuert dann beim Aufruf dieser Seite. Vorteil: Die Seite wird nur erreicht, wenn das Formular wirklich abgeschickt wurde. Nachteil: Wer die Danke-Seite direkt aufruft oder neu lädt, erzeugt eine falsche Conversion. Deshalb solltest du die Seite per noindex aus dem Google-Index halten und im Trigger zusätzlich prüfen, dass die vorherige Seite deine Formularseite war.
Die Alternative ist ein Formular-Ereignis, das der Tag Manager abfängt, ohne dass die Seite wechselt. Bei Elementor und den meisten Formular-Plugins löst das Absenden ein JavaScript-Ereignis aus, das der Tag Manager als Trigger nutzen kann. Das ist eleganter, aber fehleranfälliger, weil jedes Plugin das Ereignis anders benennt. Wie du Formulare so aufsetzt, dass beides funktioniert, steht im Beitrag zum Formular mit Elementor.
Für Anrufe gibt es einen dritten Trigger: den Klick auf einen Link, der mit tel: beginnt. Im Tag Manager legst du einen Klick-Trigger an, der nur bei solchen Links auslöst, und hängst daran einen eigenen Conversion-Tag mit der Kategorie Kontakt. Auf dem Smartphone ist das oft die wichtigste Conversion überhaupt, und die meisten Konten messen sie nicht.
Erweiterte Conversions: mehr Daten trotz Blockern
Weil Browser Cookies kürzen und Tracking-Skripte blockieren, sieht Google Ads einen Teil der Conversions nicht mehr. Erweiterte Conversions gleichen das aus, indem sie beim Absenden des Formulars die eingegebene E-Mail-Adresse in verschlüsselter Form an Google übermitteln. Google gleicht sie mit eingeloggten Nutzern ab und erkennt so Conversions, die sonst verloren gingen.
Im Tag Manager aktivierst du das im Conversion-Tag unter Erweiterte Conversions und gibst an, aus welchem Formularfeld die Adresse kommt. Das verbessert die Messung spürbar, verlangt aber einen Hinweis in der Datenschutzerklärung und funktioniert nur mit sauberer Einwilligung. Wer noch mehr Zuverlässigkeit braucht, geht den Schritt zum serverseitigen Tagging, wie es Byteforest auf der Seite zum Server-Side Tracking beschreibt.
Die drei Fehler, die ich am häufigsten sehe
Doppelte Zählung. Das Google-Tag steckt im Theme, im Tag Manager und in einem Plugin gleichzeitig. Jede Conversion wird dreimal gezählt, und die Kosten pro Conversion sehen dreimal besser aus, als sie sind. Prüfe im Tag-Manager-Vorschaumodus, dass jeder Tag genau einmal feuert.
Conversion ohne Einwilligung. Der Conversion-Tag hat keine Einwilligungseinstellung und feuert bei jedem Besucher. Rechtlich riskant, und die Zahlen sind trotzdem unvollständig, weil Browser blockieren. Setz die Marketing-Kategorie als Bedingung, wie im Beitrag zum Cookie Consent beschrieben.
Analytics-Import statt eigener Messung. Google Ads kann Conversions aus Google Analytics importieren. Das ist bequem, aber die Zahlen weichen ab, weil Analytics anders attribuiert. Für die Gebotsstrategie ist die direkte Messung über den Conversion-Tag genauer. Wie du Analytics daneben sauber betreibst, steht in Google Analytics in WordPress.
Testen und Diagnose
Nach der Einrichtung schickst du selbst ein Testformular ab und prüfst im Tag-Manager-Vorschaumodus, ob der Conversion-Tag gefeuert hat. In Google Ads unter Conversions siehst du nach einigen Stunden den Status: Aufgezeichnet bedeutet, dass Daten ankommen. Nicht bestätigt heißt, dass Google das Tag noch nicht gesehen hat. Inaktiv nach einigen Tagen heißt, dass etwas nicht stimmt. Die Google-Ads-Diagnose zeigt dir dann meist, ob das Tag fehlt oder falsch platziert ist.
Fazit
Conversion-Tracking ist die Grundlage für jede Entscheidung in Google Ads. Leg fest, welche Handlung Geld bedeutet, gib ihr einen Wert, richte Google-Tag und Conversion-Tag über den Tag Manager mit Einwilligungsbedingung ein, nutze die Danke-Seite oder das Formular-Ereignis als Trigger, vergiss den Anruf-Klick nicht und prüfe, dass nichts doppelt zählt. Danach weißt du, welche Anzeige Anfragen bringt, und die Gebotsstrategie arbeitet für dich statt gegen dich. Wie sich diese Daten in bessere Landingpages übersetzen, steht im Beitrag zur Landingpage für Google Ads. Die offizielle Anleitung findest du in der Google Ads Hilfe. Wenn du dein Setup prüfen lassen willst, meld dich gern.